Plan International Deutschland

Raus aus den Zellen-Büros.

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Offener, teamorientierter und flächeneffizienter sollten sich die Räume von Plan International Deutschland e. V. in Hamburg durch das neue Bürokonzept darstellen, das designfunktion unter Einbeziehung der Mitarbeiter des Kinderhilfswerks entwickelte. Anlass zu der Neustrukturierung hatte eine grundlegende bauliche und energetische Sanierung gegeben (Architekten Schneider + Schumacher, Frankfurt), nachdem die Stiftung Hilfe mit Plan das Gebäude, in dem der Verein bereits vorher als Mieter tätig war, erworben hatte. In enger Abstimmung mit dem Verein entschied sich die Stiftung, die in den 70er Jahren erbaute Immobilie in diesem Zuge auch innenarchitektonisch zukunftstauglich zu machen.

Nach dem Abschied von den früheren Zellen-Büros zeigt sich das Ergebnis in einer offenen Bürostruktur, in der unterschiedlichste Arbeits-, Rückzugs- und Kommunikationszonen harmonisch nebeneinander existieren, um den verschiedenen Arbeitsweisen und Funktionen adäquaten Raum zu bieten. 

designfunktion löste diese Aufgabe unter Einbeziehung sämtlicher Faktoren, die für ungestörtes, konzentriertes Arbeiten einerseits sowie für Kommunikation und informellen Austausch andererseits relevant sind. Und damit neben dem reibungslosen Funktionieren der Büroabläufe auch das Wohlbefinden der Nutzer nicht zu kurz kommt, durften die Planer von ihrem Kreativitätspotential reichlich Gebrauch machen. Auch mit der innenarchitektonischen Gestaltung des gesamten Gebäudes betraut, schuf das interdisziplinäre Team von designfunktion an der Seite der Architekten ein freundliches, einladendes und identitätsstiftendes Ambiente, das die Werte und die Kultur des Bauherren Stiftung Hilfe mit Plan und des Nutzers Plan International Deutschland, eines erfahrenen und weltweit aktiven Kinderhilfswerks, erlebbar macht.

Die Planungsleistung
Bei den architektonischen wie innenarchitektonischen Maßnahmen waren die Einhaltung des Budgets, die Schaffung langlebiger Werte und eine zukunftsorientierte Flexibilität oberstes Gebot. Das innenarchitektonische Konzept sollte geeignet sein, die Immobilie gegebenenfalls später auch anderen Unternehmen und Institutionen weiter vermieten zu können. Auch die Option einer weiteren Verdichtung von derzeit 125 auf später 180 Arbeitsplätze sollte für den Fall einer Personalaufstockung gegeben sein.

Für die aufgrund baulicher Gegebenheiten verschachtelten Grundrisse (Erschließungskerne, Lichthof, Brandschutzwände) entwickelte designfunktion, Spezialist für Büronutzungen, anhand einer Gebäudeanalyse und Machbarkeitsstudie drei Szenarien. Dabei stellte sich der Open Space als bestmögliche Lösung heraus. Durch die komplette Öffnung des Raumes werden nun auch diejenigen Zonen mit einem gewissen Tageslichtanteil versorgt, die zuvor aufgrund der großen Raumtiefen und einer angrenzenden Bebauung weniger gut belichtet waren und daher lediglich als Nebenräume genutzt wurden. Heute kann die gesamte Fläche für Arbeitszonen genutzt werden, da sie überall gute Arbeitsbedingungen bietet. Die aus der strukturellen Öffnung resultierende Flächeneffizienz bietet erfreulicherweise Spielraum für die Einrichtung von Lounges, Gästezimmern, Coffee-Points sowie Sofa-Nischen für die informelle Kommunikation, für Besprechungsräume und „silent rooms“ – geschlossene Räume für den temporären Rückzug. All dies findet sich auf allen drei Geschossflächen neben den Arbeitsplätzen für die insgesamt 125 festangestellten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. 

Mitarbeiter lernen ihre neuen Arbeitsplätze zu schätzen
Das Wohlbefinden der Mitarbeiter hängt nachweislich zu etwa gleichen Teilen von der Ästhetik der Arbeitsumgebung und ihrer Funktionalität ab. Und das Wohlbefinden fördert die Akzeptanz und Motivation der Mitarbeiter. Wir banden in einem Workshop die Mitarbeiter direkt in die Planungen mit ein. Die Chancen und Risiken offener Bürostrukturen stellten wir ihnen vor und diskutierten sie mit ihnen. Am Ende waren die Mitarbeiter nicht nur bereit, das neue Konzept zu akzeptieren – sie tragen es seither begeistert mit.

Das Gestaltungskonzept
Für das allumfassende Gestaltungskonzept bot sich ein ethnischer Bezug zu der interkontinentalen Tätigkeit von Plan International an. In nunmehr 50 Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas arbeitet das 1937 gegründete Hilfswerk aktiv an der Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern, Jugendlichen, deren Familien und Gemeinden. Gesundheit, Familienplanung und –beratung, Bildung, Wasser und Umwelt sowie Einkommenssicherung gehören zu den Programm-Schwerpunkten von Plan, deren Umsetzung über Patenschaften, Einzelspenden, öffentliche Mittel und Firmenkooperationen finanziert wird. Dort, wo es für Plan machbar ist, leistet das Kinderhilfswerk auch Soforthilfe bei Naturkatastrophen oder bewaffneten Konflikten und ermöglicht einen langfristigen Wiederaufbau.

Das Gestaltungskonzept wird wesentlich mittels der Farbauswahl für Materialien und Wände realisiert. Dazu definierte designfunktion für jeden Kontinent, auf dem Plan tätig ist, eine eigene Farbwelt. Avocado grün, graublau und pink sind beispielsweise die Akzent-Farben Lateinamerikas, die für das erste Obergeschoss gewählt wurden. Mit großer Liebe zum Detail wurden die Stoffe, Wandfarben, Teppiche und Akustik-Textilien auf die Farbwelten abgestimmt. Dabei zeigen sich die Farben keineswegs dominant. Vielmehr wurden sie zu den in Weiß, Anthrazit und Grautönen gehaltenen Bürobereichen als Akzentfarben für Screens, Akustikpaneele und Einbaumöbel eingesetzt. Auch in den Sonder-, Technik- und Stauraumzonen findet das Farbkonzept Verwendung. Die farbliche Differenzierung der Abteilungen und somit Stockwerke verleiht dem Sitz von Plan International Deutschland Persönlichkeit und Individualität und erweist sich gleichzeitig als praktikables Leitsystem.

Im Erdgeschoss, in dem die Stiftung ihr Domizil hat, finden sich heute Konferenzräume und eine Kantine, die sich externen Vereinen und Stiftungen für Veranstaltungen öffnen. Bei kostengünstigen Mieten will die Stiftung Hilfe mit Plan damit und durch verschiedene Initiativen bürgerschaftliches Engagement unterstützen. Aus diesem Grunde trägt das Gebäude heute den Namen „Haus der Philanthropie“

Das Mehr Motivation durch Wohlbefinden
Bei der Möblierung setzten designfunktion und Plan International Deutschland mit einem Produktmix von Vitra, Vario, Nimbus und anderen Herstellern auf reibungslose Funktionsabläufe, hohen Nutzwert, Nachhaltigkeit und gutes Aussehen. Denn schließlich soll und muss sich die Investition über die nächsten Jahrzehnte bewähren.

Ihre akustische Dämpfung erfahren die Räume mittels gelochter Gipskartondecken sowie über Wandpaneele und Screens von Acoustic Pearls. Die Wandpaneele übernehmen gleichzeitig die Aufgabe der Team-Zonierung.

Das Wohlbefinden der Mitarbeiter steht nachweislich zu etwa gleichen Teilen im Zusammenhang mit der Ästhetik der Arbeitsumgebung sowie mit deren Funktionalität. In dem Zusammenspiel aus dem Fachwissen zur Gestaltung zeitgemäßer, flächeneffizienter und dennoch emotionaler Büroarbeitsplätze, der Architektur und der Innenarchitektur ist es bei Plan International Deutschland gelungen, für einen bemerkenswert hohen Wohlfühlfaktor zu sorgen. Das ist gewollt, denn die Herausforderungen für das Kinderhilfswerk wachsen stetig. Dafür brauchen Stiftung und Verein motivierte Mitarbeiter!

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Manfred Vetrovec

Leitung Projekt- & Einrichtungsberatung, Prokurist

Standort

designfunktion Gesellschaft für moderne Einrichtung mbH
Leopoldstraße 121
80804 München

designfunktion Gesellschaft für moderne Einrichtung mbH
designfunktion new office
Leopoldstraße 254
80807 München

Fakten

zum Projekt

  • Auftraggeber
    Plan International Deutschland
    Bramfelder Straße 70
    22305 Hamburg
  • Unternehmen
    Plan ist eine internationale Kinderhilfsorganisation, die in Entwicklungsländern in Afrika, Asien und Lateinamerika arbeitet und sich in ihrer Programmarbeit, die in erster Linie über Patenschaften finanziert wird, dafür engagiert, durch langfristige Programme und Projekte das Lebensumfeld von Kindern zu verbessern.
  • Projektbeteiligte
    Architekten: schneider+schumacher Planungsgesellschaft mbH, Frankfurt
  • Aufgabenstellung
    designfunktion erhielt die Aufgabenstellung, ein Bestandsgebäude aus den 70er-Jahren innenarchitektonisch zukunftstauglich zu machen – unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Bauherr, Gebäudenutzer und Mitarbeitern. 
  • Lösung
    Ehemalige Zellenbüros wurden in eine offene Bürostruktur umgewandelt, in der unterschiedlichste Arbeits-, Rückzugs- und Kommunikationszonen nebeneinander existieren, um den verschiedenen Arbeitsweisen adäquaten Raum zu bieten. Das entwickelte Gestaltungskonzept macht die Kultur von Plan International erlebbar.
  • designfunktion Dienstleistungen
    • Machbarkeitsstudie und Gebäudeanalyse
    • Raum- und Bürokonzept
    • Arbeitsplatztypen
    • Lichtplanung Sonderbereiche, Akustik und Elektrifizierung
    • Gestaltungskonzept (Ethno-Konzept)
    • Entwurf von Sonderanfertigungen
    • Umsetzung der Schreinerarbeiten in Zusammenarbeit mit der Fa. Woikowski, Taufkirchen
    • Möblierung
    • Kunst- und Begrünungskonzept
  • Eingesetzte Kollektionen
    • Acoustic Pearls
    • Art Aqua
    • Belux
    • Nimbus
    • Object Carpet 
    • Schreinerei Woikowski
    • Vario
    • Vitra
  • Projektgröße
    Brutto-Grundfläche 4.094 m²
    150 Arbeitsplätze
  • Verantwortlicher Standort
    designfunktion München
  • Zeitpunkt der Realisierung
    August 2013
  • Fotos
    Werner Huthmacher, Berlin
  • Text
    Petra Lasar, schwarz auf weiß