Pieke Bergmans

Virale Verschmelzung

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Surreale Lichtwelten: Die Arbeiten von Pieke Bergmans scheinen aus einer anderen Welt zu stammen. Mit ihrer Serie „Light Blubs‟, in der überdimensionale Glühbirnen aus Glas aus der Lampe herausfließen, feierte sie internationale Erfolge. „Crystal Virus‟ heißt eine ihrer berühmtesten Serien: Einem anschmiegsamen und sich stetig wandelndem Virus gleich, lässt sie dabei heißes Glas über Möbel laufen, das mit dem Möbelstück verschmilzt. Auf der Mailänder Design-Woche 2007 platzierte die Künstlerin die heißen Glas-Tropfen auf Vitra-Klassikern von Charles und Ray Eames, Maarten Van Severen oder Jasper Morrison. 

Stetiger Wandel
Bergmans’ Arbeiten wirken in ihrer Klarheit immer noch spontan und verspielt. Die Idee zu einem Werk, sagt sie, entwickelt sich häufig erst im Laufe eines Fertigungsprozesses. Die Design-Künstlerin spielt mit Materialien und Produktionsprozessen, um den Dingen neue Formen und Funktionen zu geben. Dabei arbeitet sie mit Porzellan, Plastik oder Glas und holt sich in Fabriken und in der Zusammenarbeit mit Handwerkern immer neue Inspiration. Sie hat zum Beispiel eine Technik entwickelt, mit der sie – ähnlich wie in der Glasbläserei – Plastik in weichen, fließenden Formen gestaltet. In der Serie „Vapor‟ bringt sie diese Formen zum Leuchten. 

Weltweit gefeiert
1978 in den Niederlanden geboren, war die Designerin von Kindesbeinen an von Kreativität umgeben: Ihr Großvater und ihr Vater waren Schuhdesigner, die Mutter Künstlerin. Sie studierte zunächst Grafikdesign (Breda) und 3-D-Design (Arnhem). Später ging sie an die Design Academy Eindhoven, wo sie Industriedesign studierte. Am Royal College of Art in London schloss sie ihr Studium in Produktdesign ab. 2006 eröffnete sie dann ihr eigenes Studio „Design Virus‟ in Amsterdam. 

2013 wurde Bergmans in Brasilien zum „Designer of the Year‟ gekürt. Ihre Karriere ist noch recht jung, dennoch zeigt das Noordbrabants Museum in ’s-Hertogenbosch seit August 2014 eine Retrospektive ihrer Werke.