Designwettbewerb "Büro 2041"

30 Jahre designfunktion und ein mutiger Blick in die Zukunft

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designfunktion blickt 30 Jahre zurück – und die Studenten voraus
Ein Jubiläum als Anlass für einen weiten Blick in die Zukunft. Vier Fragen stellte designfunktion gemeinsam mit Vitra den Studenten von vier renommierten Hochschulen:

  • Wie wird die Büro- und Arbeitswelt im Jahr 2041 aussehen?
  • Wie wird sich das Büro verändert haben?
  • Wie werden Menschen dann miteinander kommunizieren und arbeiten?
  • Wie kann man diesen Fragen nachhaltig und sinnvoll begegnen?

Die Preise entsprachen eher Stipendien als einem Geldgewinn. Sie wurden von namhaften Partnern von designfunktion bereitgestellt. Diese boten den Gewinnern die Chance, die Arbeitsweisen bei jeweils einem der angesehenen Designhersteller kennenzulernen. Dazu stellten Vitra, Wilkhahn und Alias Praktikumsplätze, Reisekosten und Unterkunft bereit.

Die Sieger und ihr Konzept: Toni Felber und Jeremias Stock
Am 14. Juli 2011 entschied eine hochkarätig besetzte Jury bei designfunktion in München, das Konzept "Metamöbel, Raumwerkzeuge für das Büro der Zukunft" von Toni Felber und Jeremias Stock zu prämieren. 

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Was sind Metamöbel? Einige Beispiele können die Idee illustrieren. So erlaubt es der Schreibtisch des Siegerkonzeptes beispielsweise, dreidimensional dargestellte Informationen horizontal zu schichten und so in Beziehung zu setzen. Eine Funktionalität, die aus dem gewohnten Schreibtisch ein sogenanntes Ermöglichungsmobiliar macht, einen IT-Tisch, wenn man so will. Alle Informationen werden dreidimensional projiziert, ein kleines physisches Artefakt dient als Bedieneinheit des Tisches. Der Tisch allein macht alles, was heute noch auf einem Büroschreibtisch steht, überflüssig: Rechner, Bildschirm, Maus etc.

Ein Projektraum dient dazu, gemeinsam Informationen zu besprechen und zu bearbeiten. Jeder Mensch trägt in dieser Zukunftsvision einen Chip am Körper, der alle für die Arbeit wichtigen Informationen überall bereithält. Diese Informationen kann er im Projektraum dreidimensional projizieren und über die Bewegungen seines ganzen Körpers weiter darstellen oder bearbeiten. 

Ein dreidimensionaler Raumschirm erlaubt es dem einzelnen Anwender, in eine Welt der Informationen konzentriert einzutauchen. Der Schirm umhüllt seinen Kopf und absorbiert Umgebungsgeräusche im Büro. Er unterstützt damit eine sehr konzentrierte Auseinandersetzung mit einem Thema oder einer Aufgabe. Zu zweit können sich Mitarbeiter mitten im Büro in einen diskreten, abgeschirmten Raum zurückziehen, umgeben von dreidimensional dargestellten Informationen, die sie für ihre Besprechung brauchen. 

Eine ganz besondere Aufgabe wiesen die Visionäre im Büro der Zukunft Textilien zu: Sie machen eine digitale Bibliothek sinnlich erfahrbar. Auf unterschiedlichen Stoffen dargestellte Informationen ersetzen Bücher, ohne deren physische Präsenz zu opfern. Wer in Texten stöbern will, streift durch die bereitgestellten "Stoff-Regale". 

Alles in allem eine faszinierende Vision vom Arbeiten im Büro der Zukunft.

Eine hochrangige Jury
Die eingereichten Konzepte wurden bewertet von:

  • Prof. Jan Teunen, Teunen Konzepte GmbH
  • Professor Stefan Diez, Stefan Diez Industrial Design
  • Michael Englisch, Leiter Designmanagement Wilkhahn
  • Dipl.-Ing. Architekt BDA Dieter Koppe, 1. Vorsitzender Deutscher Werkbund Bayern e. V.
  • Hanns-Peter Cohn, CEO Vitra AG
  • Alexander Schärer, Verwaltungsratspräsident USM U. Schärer Söhne AG
  • Barbara Friedrich, Chefredakteurin Architektur & Wohnen
  • Meike Weber, Chefredakteurin DETAIL Transfer
  • Dr. Hajo Eickhoff, Autor, Philosoph, Kulturwissenschaftler
  • Dr. Wolfgang Schepers, Direktor Museum August Kestner, Hannover
  • Samir Ayoub, Geschäftsführender Gesellschafter designfunktion
  • Johanna Dumitru, Geschäftsführende Gesellschafterin designfunktion