ORGATEC 2014

Die Trends in modernen Arbeitswelten

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Erste Eindrücke: wohnlicher, mehr Design
Vom 25. bis 29. Oktober 2014 zeigten 624 Aussteller aus 41 Ländern, wie moderne Büro- und Arbeitswelten heute aussehen können. Dabei fällt uns vor allem auf, wie angenehm wohnlich viele Anbieter das Büro der Gegenwart einrichten. Viel mattes Schwarz ist zu sehen, gerne mit Gold und überraschenderweise sogar im Kontrast mit Birke kombiniert – diese Hingucker des Standdesigns waren beispielsweise bei Vitra, Wilkhahn oder Interface Flor zu sehen. Pastellige, eher abgetönte Farben wie Senfgelb oder Blaugrau geben der Einrichtung eine zarte, aber dabei nicht kindlich wirkende Tönung. Zu den klassischen Systemmöbeln gesellen sich immer mehr im Design anspruchsvolle Aussteller in der Liga von Cascando, Buzzispace oder Hay, die sich besonders der Mittelzone und der Akustik im Office widmen. Der Trend zu offenen Bürokonzepten ist ungebrochen. 

Faszinierende neue Materialien
Besonders drei Materialinnovationen können auf eine weite Verbreitung hoffen. Mit einer warmen Haptik und sehr alltagstauglichen Eigenschaften überzeugt ein neues Nanolaminat aus thermoplastischen Harzen. Es erlaubt eine kratzfeste, matte Beschichtung von Holz, auf der Spuren von Fingerabdrücken und Ähnlichem nicht mehr haften bleiben.

Ein Genuss für den Geruchssinn sind die neuen Holzwerkstoffe mit eingearbeiteten Heu- und Wiesenblumen. Im Vorübergehen nimmt man den Duft von Lavendel wahr oder freut sich am Anblick eines getrockneten Gänseblümchens. Deckenpaneele aus Zirbenholz tauchen uns in das Aroma eines Alpensommers. Wir dürfen gespannt sein, welche Anwendungen findige Interiordesigner und Architekten für diese neuen Werkstoffe finden. 

IdeaPaint stellt eine wunderbar praktische Farbe vor. Sie macht aus jeder Wand und jedem Möbel ein beschreib- und bemalbares Whiteboard. Die Farbe ist auch in einer transparenten Variante erhältlich, die das darunter liegende Material durchscheinen lässt. Der Hersteller gibt zehn Jahre Garantie auf seine Farbe. Eine der seltenen Innovationen, die in der Kita wie im Büro gleichermaßen einziehen wird.

Die Mittelzone gestalten: ein Thema der Akustik
In offenen Bürokonzepten spielt die Mittelzone für die Funktionalität eine bestimmende Rolle. Hier können Innenarchitekten sowohl Rückzugsräume als auch Interaktionsflächen gestalten – was besondere Anforderungen an die akustische Ausstattung stellt. Immer mehr Hersteller wie z. B. Cascando oder Brunner entwickeln Akustikmöbel, die eine schallabsorbierende Wirkung mit zusätzlichen Funktionen als Regal, Schrank, Garderobe oder Pflanzenschale kombinieren. Auch das Angebot an schallisolierenden Raum-in-Raum-Lösungen wächst stetig. Beispiele konnten wir bei König+Neurath und bei Carpet Concept sehen.

Außerdem geht der Trend zu einer wohnlicheren, weniger an Arbeit erinnernden Einrichtung. Hay präsentiert "New Order" – ein sehr designorientiertes modulares Möbelsystem, mit dem man fantastische individuelle Arbeitswelten bauen kann. Vitra schuf bereits vor Jahren mit dem Sofa Alcove ein formschönes und gleichzeitig akustisch und optisch abschirmendes Möbel, an das nun auch andere Hersteller konzeptionell anschließen – leider nicht immer mit vergleichbarer gestalterischer Qualität. Haworth hat sich von der Designerin Patricia Urquiola ein eigenes Konzept für die Mittelzone und auch den atmosphärisch ansprechenden Messestand entwickeln lassen und setzt damit auf hochwertiges Design. 

Spezielle Raumobjekte wie der Phoneon Sound Butler reduzieren gezielt den Schall in einem bestimmten Spektrum und erhöhen damit die Sprachverständlichkeit. Er ist ein gutes Beispiel für den allgemeinen Trend zu hochwertigen Akustik-Lösungen, sowohl in offenen als auch in geschlossenen Bürokonzepten.

Konzepte für heute und morgen
In vier Zonen zeigt Vitra einerseits konsequente Weiterentwicklungen bestehender Konzepte, andere Entwürfe wagen einen großen Schritt in die Zukunft. Das Mittelzonenmöbel Workbay hat sich zu einem modularen System gemausert, mit dem sich ganze Bürowelten herstellen lassen. Ganz visionär ging Konstantin Grcic mit seiner Studie Hack vor. Er entwarf den flexiblen Arbeitsplatz für die Generation der Nerds und Hacker: Ein zusammenfaltbares, spartanisch anmutendes Holzmöbel, das von fern an eine Überseekiste erinnert. Wer ihn nutzen möchte, entfaltet Hack in wenigen Minuten zu einem mobilen Schreibtisch mit Seitenwänden. Die raffinierte Technik macht den Wanderschreibtisch sogar höhenverstellbar.

USM folgt mit einem neuen Konzept dem Trend zu Akustik-Lösungen und führt mit Privacy Panel eine eigene, den Raum gliedernde Akustik-Stellwand ein. Das Möbel ist auf eine technisch sehr ausgereifte Weise modular aufgebaut und kann der Umgebung angepasst werden. Außerdem fügt sich Privacy Panel passgenau in das gängige USM-Raster ein. USM zeigte die Neuheiten live im Einsatz. Ein eigens eingerichtetes Büro, in dem zwei Tage gearbeitet wurde, führte den Besuchern vor, wie wirksam die Akustik-Lösungen im Alltag sind.

Wenn Sie Privacy Panel selbst erleben möchten, besuchen Sie doch unsere USM-Veranstaltung bei designfunktion München am 2. und 3. Dezember 2014. Sie sind herzlich willkommen.

Mehrere Mitarbeiter aus unseren Standorten waren auf der Orgatec, um sich zu informieren. Welche Produkte uns im Einzelnen besonders gut gefallen haben, entdecken Sie hier.