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designfunktion Newsletter-Archiv: Jan Teunen
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Die Verantwortung des Kunden
Von Hajo Eickhoff und Prof. Jan Teunen
Die Verantwortung des Kunden liegt im Erwerb von Produkten, die ethisch vertretbar sind. Der Kunde muss sich beschränken, wenn die Produkte ihn von Innen tragen sollen. Deshalb ist seine Vision die seines Seins - nicht die seines Habens. Bevor er kauft, sucht er nach Wert und Sinn. Der Begriff "Kunde" verweist auf den Austausch von Kenntnissen über Bedürfnisse und Dinge innerhalb eines sozialen Kontaktes.
"Kunde" bedeutet Bekannter, Einheimischer und seit dem 16. Jahrhundert der in einem Geschäft regelmäßig einkaufende Bekannte. Der Bekannte des Kaufmanns. Das Bedürfnis des Kunden sind Erzeugnisse mit angemessenen Materialien, ansprechenden Formen und stimmigen Funktionen – das Bedürfnis nach Wahrhaftigkeit der Produkte.
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Wohlbefinden – was es ist und wie es entsteht?
1. Was Wohlbefinden ist
Wohlbefinden ist eigentlich das Beste, das dem Menschen widerfahren kann.
Wohl befindet der Mensch sich, wenn seine biologischen und kulturellen Ambitionen übereinstimmen, das heißt, wenn es ihm gelingt, Natur, auch die eigene, zu bewahren und Kultur zu schaffen.
Menschen streben nach unterschiedlichen Dingen, Ereignissen und Ideen mit unterschiedlichen Methoden. Doch eines bleibt in ihrem Streben immer dasselbe Ziel: das Wohlbefinden. Auch Zufriedenheit und Glück genannt. Wohlbefinden als Ziel menschlichen Strebens ist der Lebenssinn.
Im Moment des Wohlbefindens stimmt der Mensch mit der Welt überein. Körperliche und geistige, emotionale und soziale Impulse sind dann in einem dynamischen Gleichgewicht.
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Qualität – warum?
Jeden Morgen stehen alle Teammitglieder von designfunktion auf, um an der Qualität im Umfeld von Menschen zu arbeiten. Qualität ist denen ein großes Anliegen. Warum? Was in der Welt ist, hat ein Wesen. Dieses Wesentliche sind Beschaffenheit, Wert und Eigenart. Das Wesen ist das Was einer Sache – ihre Qual oder ihre Qualität.
Die Natur hat von sich aus Wert und Kostbarkeit und bildet das Maß für Qualität. An ihrer Kostbarkeit orientieren sich die designfunktion Mitarbeiter. Sie betrachten die Architektur und die Innenarchitektur als die zweite Natur des Menschen, eine Natur, die genau so wunderbar sein kein wie die erste, vorausgesetzt, sie hat wie sie Qualitäten, die sowohl eine funktionale wie auch eine poetische Beziehung zulassen. Deswegen ist für sie Qualität Pflicht.
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Kräfte bündeln
Wie Menschen müssen auch Unternehmen, wenn sie Erfolg haben wollen, sich mit den Bewegungen des Universums bewegen und nicht dagegen. Wer das tun will, kann viel von der Natur lernen, vom Wasser zum Beispiel.
Wasser, das aus einer Quelle strömt, fließt immer dort hin, wo es hin fließen muss und nicht dort hin, wo es hin fließen will.
Unternehmen müssen Gesellschaft gestalten.
Wasser ist motiviert, treibt sich selbst an.
Unternehmen müssen ihre eigene Konjunktur kreieren.
Wasser erneuert sich unablässig.
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Der Klassiker
Was ist ein Stuhlklassiker, und warum schafft es der eine Hersteller, immer wieder Klassiker hervorzubringen und der andere nicht? Um hinter dieses Geheimnis zu kommen, muss zunächst versucht werden zu definieren, was ein Klassiker ist.
Fünf Thesen:
1. Ein Klassiker ist die materielle Kopie eines geistigen Originals. Dieses Original ist der Archetyp.
2. Jeder Stuhl trägt das Urbild des Archetyps vom Sitzen in sich, aber ein Klassiker trägt als Besonderheit das formale Bild vom Sitzen durch alle Epochen.
3. Ein Klassiker trägt die Stileigenschaften der Entstehungszeit in sich und zieht diese durch alle künftigen Zeiten hindurch.
4. Ein Stuhl ist ein Klassiker, wenn er noch zukunftsträchtig ist, nicht vergangenheitshörig.
5. Der Klassiker besitzt Zukunft, ist nicht durchgesessen und setzt sich mit seinem genetischen Code des Sitzens immer wieder durch.
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Die Evolution des Büros
Über demographische Entwicklung und Einrichtung
Als der Evolutionstheoretiker Charles Darwin im Jahr 1892 starb, wurde die Industrialisierung des Büros gerade in Gang gesetzt. Damals war die Lebenserwartung des Menschen sehr viel niedriger als heute. Sie lag im Schnitt bei 45 Jahren. Wir leben im Durchschnitt länger, viel länger. Alleine im 20. Jahrhundert hat die Lebenserwartung des Menschen um 30 Jahre zugenommen.
Von 2000 bis heute um weitere 2 1/2 Jahre. Was in den Industrieländern gleichzeitig stark gewachsen ist, ist der Altersquotient (das ist die Zahl der über 60-Jährigen auf 100 Personen im Alter zwischen 20 und 60). In Deutschland hat dieser Quotient einen Wert von ca. 40, und er wird bis 2050 auf zwischen 80 und 96 wachsen. Wenn eine Gesellschaft sich so stark verändert, muss sie auch die Arbeitsräume des Menschen stark verändern wie auch die Einrichtung des öffentlichen Raumes, ja - die ganze Produktwelt muss angepasst werden.
Die meisten Büros von heute wurden so gestaltet, dass sie für Menschen, die nicht behindert sind und den Altersklassen zwischen 18 und 49 Jahren angehören, funktionieren. Dies gilt auch für die meisten Büros, die jetzt in der Planung sind. Verkannt wird, dass jetzt schon in vielen Teams bis zu vier Generationen gleichzeitig zusammenarbeiten und dass die Zahl der über 60-Jährigen, die in Büros arbeiten, stark zunehmen wird. Dafür gibt es viele Gründe.
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Raum – Gehirn – Schönheit*
In seinem Buch "Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn" schreibt Gerald Hüther:
"Die Welt, in die die meisten Menschen hineinwachsen, ist eine mit den Maßstäben von vergangenen Generationen mehr oder weniger bewusst gestaltete Welt.
Das ist nicht zwangsläufig auch eine besonders menschliche Welt und deshalb auch nicht zwangsläufig eine Welt, in der optimale Bedingungen für die Entwicklung eines menschlichen Gehirns herrschen."
Das Gehirn ist auch im Erwachsenenalter noch formbar. Zwar können sich Nervenzellen nicht mehr teilen, sie bleiben jedoch in der Lage, ihre Verschaltungen an neue Nutzungsbedingungen anzupassen und zu erweitern. In stimulierenden Räumen werden Menschen eingeladen, ermutigt und inspiriert, neue Erfahrungen zu machen und neue Verschaltungsmuster in ihrem Gehirn zu stabilisieren.
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Kunst und Unternehmen
Kunst ist eine eigene Art der Kommunikation und leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Menschen und der Gesellschaft. Deswegen ist sie für Unternehmen so wichtig.
Unternehmen sind Wagnisse, Herausforderungen autonomer Menschen. Deshalb sind auch sie, wie die Kunst, autonom. Mutig und waghalsig sind Menschen, wenn sie ihr Leben bewusst gestalten. Das ist der natürliche Ausgangspunkt von Unternehmen. Kunst setzt immer auf das Neue. Reagiert auf Veränderungen. Das hat sie mit Unternehmen gemein. Auch sie müssen auf Veränderungen reagieren und neue Lösungen finden – für den Markt und für den Vollzug der Gesellschaft und ihre Moral. Denn die Probleme gehen nie aus. Das ist die Bewegung des Menschen, der heute dabei ist, sich zusammenzuschließen und zu globalisieren.
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Nachhaltigkeit
Über die Erweiterung der Produkt- und Marktorientierung um die Gesellschaftsorientierung
Die Folgen des unermüdlichen Produzierens, der Globalisierung und der einseitigen Unterordnung des gesamten Lebens unter die Ökonomie wie der Zwang zu Wachstum und technischem Fortschritt haben ein Maß an Separation und Einseitigkeit, an Unsicherheit und Zerstörung erreicht, dass Konsumenten umzudenken beginnen.
Sie erwarten von Unternehmen, dass diese nicht vorwiegend produkt- und marktorientiert unterwegs sind, sondern dass sie zunehmend auch gesellschaftsorientiert ‚unternehmen', das heißt: Die Nachfrageseite verlangt, dass ihre Unternehmen sich weiterentwickeln.
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Identität bilden
Wir beobachten ein neues Phänomen. Potenzielle Kunden prüfen zunehmend Werte und Haltung von Geschäftspartnern und machen Kaufentscheidungen vom Ergebnis dieser Prüfung abhängig. Unternehmenskulturen setzen sich aus Werten, Ansichten, Zielsetzungen und Gewohnheiten zusammen, und neuerdings wollen die Anspruchsgruppen genau wissen, welche das sind. Damit die Prüfung erfolgen kann, ist Transparenz notwendig und eine glaubwürdige Identität hilfreich. Was Identität ist, umschreibt der berühmte Satz von Gertrude Stein:
„Rose is a rose is a rose.”
Eine Rose ist eine Rose, sieht aus wie eine Rose, duftet wie eine Rose, fühlt sich an wie eine Rose, will nichts anderes sein als eine Rose. Vollkommene Identität. Unternehmen, die eine solche erreichen wollen, müssen sich um eine Einheit von Gedanke, Wort, Tat und Ding bemühen. Wer das nicht tut, wird sich bald in einer Identitätskrise befinden.
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Die Ordnung des Hauses
In den ältesten bewahrt gebliebenen Schriften zur abendländischen Architektur beschreibt Vitruv, dass gleichzeitig mit dem Haus die Sprache entstand. Das Modell für das erste Haus war die kosmische Ordnung. Durch das Dach des Hauses verloren die Bewohner dieses Modell allmählich aus den Augen.
Als Kompensation für den Verlust des Modells der kosmischen Ordnung erfand der Mensch den Begriff Ethik. Je nachdem wie das Wort geschrieben wurde, bedeutete es ursprünglich Wohnort / Haus, aber auch Sitten. Ethik war von Anfang an also auch ein Kodex für das Haushalten, für das In-Ordnung-bringen des Hauses. dd
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Design & Motivation
Die neueste Gallup-Studie und die Verbreitung der Untersuchungsergebnisse in den Medien hat in der Breite das Bewusstsein dafür vertieft, dass es um Motivation in vielen Unternehmen nicht zum Besten bestellt ist. Motivationsschwäche führt in der Wirtschaft zu horrenden Reibungsverlusten.
Bis zu 50 % der Personalkosten verpuffen wirkungslos. Wer das weiß, wundert sich nicht darüber, dass in vielen Organisationen gesteckte Ziele nicht erreicht werden und dass die meisten Unternehmen ihrer eigentlichen Aufgabe – dem Gestalten von Gesellschaft – nicht gerecht werden.
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Wahrgebung und Wahrnehmung
Wer Produkte erfolgreich verkaufen will, muss dafür sorgen, dass sie von Kunden und potenziellen Kunden richtig wahrgenommen werden. Produkte sind kulturelle Phänomene, und alles Kulturelle wird von uns Menschen von Außen nach Innen wahrgenommen.
Um das Kulturelle zu verstehen, braucht es Information, und zwar nicht irgendeine Information, die bloß von A nach B gesendet wird. Von solcher Information haben wir in unserer Zeit, in der der Verdrängungswettbewerb grassiert und Reizüberflutung an der Tagesordnung ist, bereits viel zu viel.
Zukunft haben Unternehmen, die auf lauten Märkten flüsternd die Aufmerksamkeit auf sich und ihr Angebot lenken und die ihre Informationen so aufbereiten, dass B versteht. Solche Unternehmen tragen somit auch dazu bei, dass der gute Geschmack sich entwickelt.
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