Was dem Brandschutz dient? – Das kommt ganz darauf an …

Am 26. April 2018 veranstaltete designfunktion Berlin einen Fachabend zum Thema Brandschutz für Architekten. Birga Wingenfeld vom Planungsbüro brand+ und zwei Experten von Walter Knoll beleuchteten den Brandschutz in öffentlichen Gebäuden oder Büros von zwei unterschiedlichen Blickwinkeln aus: den unterschiedlichen Nutzungsarten in Immobilien und deren sachgerechter Möblierung.

Brandschutz in Büros richtig konzipieren
Das erste Beispiel für Lösungen im Brandschutz stellte Birga Wingenfeld vor: Im denkmalgeschützten Gebäudekomplex am Berliner Zoologischen Garten „Bikini Berlin“ waren die Anforderungen vor allem durch die Verordnungen für die Nutzungsarten Verkauf, Kino, Hotel und Gastronomie vorgegeben. Zum zweiten Beispiel, dem Bürohaus Boothub in Potsdam, erfuhren die Gäste Überraschendes: Zwar gelten für Bürogebäude eigene Brandschutzvorschriften, in manchen Bereichen – wie offen zugänglichen Treffpunkten oder Atrien im Open Space – können jedoch analog die Verordnungen für Verkaufsstätten (Shopping Malls) herangezogen werden, um offene Raumstrukturen zu ermöglichen. Die Brandschutzausstattung betrifft jedoch nicht nur Böden, Decken, Sprinkleranlage etc., sondern natürlich auch die Einrichtungsgegenstände und Möbel. Diesem Aspekt widmeten sich anschließend Mathias Michel und Matthias Drochner von Walter Knoll.

Die richtigen Möbel für den Brandschutz
Die Knoll-Experten berichteten aus der Sicht eines Premiumherstellers, welche Anforderungen an ein brandschutztechnisch gutes Produkt zu stellen sind. Welche Materialien sind in welchen Bereichen des Gebäudes erforderlich? Wie sehen die Testverfahren aus, mit denen die Brandschutz-Wirkung geprüft werden kann? Walter Knoll prüft Brandschutzeigenschaften beispielsweise nach DIN EN 1021 und British Standard 5852.

Eine Quintessenz und viele zufriedene Gäste
„Und was bedeutet das für mein Projekt?“ – Birga Wingenfeld, Mathias Michel und Matthias Drochner beantworteten fachkundig alle Fragen, die von den eingeladenen Architekten gestellt wurden. Am Ende zeichnete sich eine allgemeingültige Einsicht ab: Jedes Projekt muss individuell betrachtet und geplant werden. Wie die Vorschriften auszulegen sind, ist jedes Mal neu zu bewerten. Die Gäste unterhielten sich anschließend noch über ihre Erfahrungen und nutzten die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Bei Kleinigkeiten zu essen und einem guten Glas Wein klang der Abend gemeinsam aus.