SCHALLSCHUTZ IM BÜRO: TIPPS FÜR EINE ANGENEHME RAUMAKUSTIK

Unnötiger Lärm verursacht Stress und senkt die Produktivität Ihres Teams. Wir zeigen, wie ein optimaler Schallschutz im Büro erreicht werden kann.

 

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Kuratiert von

Klaudia

28.10.2022

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Lärm macht krank. Er verursacht Stress, Konzentrationsstörungen und ist eine häufige Ursache für Herzkreislauf-Probleme. Lärm ist ein Risikofaktor, dem wir alle uns täglich aussetzen – ob wir wollen, oder nicht. Er fährt mit uns im Straßenverkehr, beschallt uns mit Werbung oder manifestiert sich als quengelndes Kind an der Supermarktkasse. Auch im Büro ist er ein ständiger Begleiter. Klingelnde Telefone oder die lautstarke Diskussion der Kollegen sind nur zwei Beispiele. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Schallschutz-Konzept können Sie für eine optimale Raumakustik sorgen. Wie das genau funktioniert? Das zeigt Ihnen dieser Beitrag.

Was ist Lärm eigentlich genau?

 

Klar – Vogelgezwitscher frühmorgens auf dem Weg zur Arbeit ist wunderschön. Und selbst der Kaffeevollautomat in der Teeküche im Büro kann beim Mahlen der Bohnen durchaus angenehm klingen. Richtiger Lärm ist etwas ganz anderes. Denn dieser wird als Krach empfunden, der uns physisch und psychisch belastet. Vor allem dann, wenn wir ihm uns unfreiwillig aussetzen müssen.

 

Lärm: Der Ton macht die Musik

Was wir dabei als Lärm empfinden, ist individuell sehr verschieden und auch eine Frage der persönlichen Gewohnheiten. Das Geläut von Kirchenglocken etwa, kann je nach kultureller Prägung als beruhigend oder störend empfunden werden. Was wir als Lärm wahrnehmen, hängt auch davon ab, wie wir uns generell gerade fühlen. Wenn Sie an einer komplizierten Kalkulation arbeiten, werden Sie dem Straßenmusiker unter Ihrem Bürofenster kaum ein Trinkgeld zuwerfen. An entspannten Tagen freuen Sie sich hingegen vielleicht über die Ablenkung. Eine genaue Definition von Lärm ist daher schwierig. Fragen wir also jemanden, der es wissen muss: Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) zum Beispiel. Das Ministerium bezeichnet Lärm recht allgemein als „jedes unerwünschte laute Geräusch“. Ein gemeinsamer Nenner, auf den wir uns für diesen Beitrag gerne einigen.

Geräusche und ihr Lärmpegel in Dezibel

 

Geräusch Dezibel

Zimmergeräusche

30 Dezibel 
Normales Gespräch 50 Dezibel
Fahrender PKW 65 Dezibel
Discomusik 110 Dezibel
Presslufthammer 120 Dezibel

 

Übrigens: Ab einem Geräuschpegel von 130 Dezibel ist die Schmerzgrenze des menschlichen Gehörs erreicht. Lärmeinwirkung von 150 Dezibel verursacht innerhalb weniger Sekunden irreparable Schäden. Entsprechend wichtig ist eine gute Schalldämmung in Büroräumen. 

Lärm vermindert die Produktivität

 

Lärm kann nerven. Das ist meist kein Problem. Doch ein dauerhaft erhöhter Lärmpegel wird die Motivation und Produktivität Ihres Teams beeinträchtigen, wie Studien der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin belegen. Gerade Mitarbeiter, die mit komplizierten Aufgaben wie dem Verfassen von wichtigen Texten oder Kundenangeboten beschäftigt sind, begehen dann wesentlich häufiger Fehler als sonst. Zudem benötigen sie in Büros mit schlechter Raumakustik deutlich mehr Zeit für ihre Arbeit. Ein Ergebnis, das für Unternehmen jeder Größe und Branche interessant ist. So schätzt der Verein Deutscher Ingenieure, dass laute Geräusche in Büroräumen die Leistungsfähigkeit der Teams um bis zu 30 Prozent senken – mit entsprechenden Folgen für die Produktivität des Unternehmens. 

 

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Welche Auswirkungen hat Lärm auf die Gesundheit?

 

Wie wir eingangs bereits erwähnt haben, ist gerade chronischer Lärm eine echte Gefahr für unsere Gesundheit. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass in Büros, in denen häufig Straßenlärm zu hören ist, 25 Prozent mehr Krankheitstage gemeldet werden. Fehlzeiten durch Kopfschmerzen oder nervöse Unruhe sind dabei noch die kleineren Übel. Hier einige Symptome und Erkrankungen, die durch Lärm mitverursacht werden :

  • Bluthochdruck
  • Diabetes Typ-2
  • Gehörschädigungen
  • Gesteigerte Aggressivität
  • Herzkreislauf-Probleme
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Migräne
  • Schlafstörungen
  • Verspannungen

Für Unternehmen besonders interessant: Lärmstress ist mittlerweile ein Begriff, mit dem sich viele Krankenkassen intensiv auseinandersetzen. Ein erträglicher Geräuschpegel ist  schließlich auch ein wesentlicher Bestandteil des Arbeitsschutzes, mit dem sich Betriebe beschäftigen müssen. Zeit, sich typische Lärmquellen im Büro einmal genauer anzuschauen.

Welche Lärmquellen im Büro gibt es?

 

Lärm am Arbeitsplatz verbinden viele von uns eher mit Projekten auf der Baustelle oder Tätigkeiten in Fabriken. Gerade moderne Bürokonzepte gelten als vergleichsweise leise. Schließlich ist hier doch alles digitalisiert, oder? Machen Sie den Selbstversuch und schauen Sie sich um. Sicher finden Sie neben smarten Tools und Technologien auch noch den unvermeidlichen Drucker oder das gute alte Faxgerät. Hören Sie das Klicken der Tastaturen und klingelt da nicht ein Festnetz-Telefon, das Sie immer wieder ablenkt? Lärmquellen im Büro sind so vielfältig, wie die Unternehmen selbst. Und damit sind nicht allein Großraumbüros gemeint. Hier weitere Beispiele für Geräuschquellen, die Ihnen sicher bekannt vorkommen:

  • Gespräche unter Kollegen
  • Klappernde Kaffeetassen
  • Klimaanlagen
  • Kopiergeräte
  • Surrende PC-Lüfter
  • Türen, die andauernd geöffnet und wieder geschlossen werden

Besonders Telefongespräche von Kollegen können unsere Konzentration stören. Da wir nur die Hälfte des Dialogs hören, versucht unser Gehirn automatisch, die Konversation zu ergänzen. Wir können kaum weghören und der Fokus auf die vor uns liegende Aufgabe schwindet.

 

Wie lassen sich Lärmquellen im Büro beseitigen?

Die meisten dieser Lärmquellen lassen sich nicht dauerhaft abstellen. Sie gehören eben zum Büroalltag dazu. Dennoch sind Sie und Ihr Team dem Lärm nicht hilflos ausgeliefert. Mit einem durchdachten Schallschutz und gezielt eingesetzten Schallabsorbern wie etwa Deckensegeln können Sie Geräusche effektiv dämpfen und so für eine gesunde Raumakustik sorgen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie dabei genau vorgehen sollten.

 

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Lärmbelästigung im Büro: Ist das Homeoffice eine Lösung?

 

Selbst das modernste Firmengebäude muss ab und an renoviert werden. Vielleicht befindet sich auf dem Firmenparkplatz eine Baustelle oder die Fenster im Firmenflur müssen ausgetauscht werden. In lärmintensiven Phasen wie diesen kann es sinnvoll sein, wenn die Mitarbeiter vom Homeoffice aus arbeiten. Ab einem Lärmpegel von 80 Dezibel sind Unternehmen sogar verpflichtet, den Arbeitnehmern eine Alternative zum Büro, Schallabsorber oder zumindest einen Gehörschutz anzubieten. Das Homeoffice ist dann eine potenzielle Lösung. Allerdings muss der Arbeitnehmer hier selbst für die nötige Ruhe sorgen. Glücklicherweise lassen sich einige der folgenden Tipps sowohl im klassischen Büro als auch im Homeoffice umsetzen. Wir zeigen Ihnen nun, wie Sie Schall reduzieren und eine gute Raumakustik herstellen können – zuhause und im Büro. 

Schallschutz am Arbeitsplatz: Das richtige Bürokonzept finden

 

Vorab ein wichtiger Hinweis für all jene Unternehmen, die gerade die sich in der Phase der Büroplanung befinden: Denken Sie den Schallschutz von Beginn an mit. Ein intelligentes Raumdesign erspart Ihnen später viel Arbeit. Hier einige konkrete Beispiele für die Umsetzung in die Praxis:

  • Bieten Sie Ihrem Team schalldichte Kabinen, in denen längere Telefonate geführt werden können. Unsere Empfehlung sind Telefonzellen unseres Partners Framery, die mit echofreier Akustik ausgestattet sind. 
  • Richten Sie Lounge-Ecken oder andere gemütliche Bereiche ein, in die sich Ihr Team für informelle Besprechungen zurückziehen kann. 
  • Spezielle Rückzugsbereiche und Fokuszonen sind ideal für hochkonzentriertes Arbeiten und sollten wenn möglich immer Teil Ihres Bürokonzeptes sein.

Bedenken Sie auch zwischenmenschliche Faktoren. Welche Mitarbeiter oder Abteilungen arbeiten intensiv zusammen? Wie kann eine möglichst effiziente Kommunikation ermöglicht werden und in welchen Projektphasen ist Lärm besonders störend? Indem Sie frühzeitig Antworten auf diese Fragen finden, gestalten Sie aktiv ein modernes und produktives Bürokonzept

Schallschutz im Büro: Die besten Tipps im Überblick

 

Doch auch wenn Sie Ihr Büro nicht neu am Reißbrett planen können, haben Sie viele Möglichkeiten für einen effektiven Schallschutz. Einige Maßnahmen stellen wir Ihnen jetzt im Detail vor.

Cleverer Lärmschutz im Büro

Finden Sie Ihre Nische: Im Idealfall nutzen Sie die bestehende Architektur des Gebäudes. Säulen, Winkel und Ecken sind beispielsweise ein guter Ort, um laute Elektrogeräte wie einen Drucker oder den Server aufzustellen. Gerade Säulen funktionieren ähnlich wie Akustikelemente und sind hervorragende Schallabsorber! Falls Sie keine Teeküche haben, könnten hier auch der Kaffeevollautomat oder der Wasserspender aufgestellt werden.

Bleiben Sie auf dem Teppich: PVC-Böden und Fliesen sind vielleicht pflegeleicht. Leider hört man auf ihnen Schritte, die Rollen des Bürostuhls oder das Verrücken des Schreibtisches besonders gut. Teppiche sind eine gute Alternative, die Schall schlucken und so für eine angenehme Akustik sorgen. Auch andere Textilien wie Vorhänge, Stoffbezüge oder Akustikpanels reduzieren Lärm.
 

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Schallschutzwände im Büro richtig einsetzen

Trennen Sie sich: Trennwände sind eine klassische Methode, um den Schallschutz in Büros zu erhöhen. Moderne Trennwände machen auch optisch einiges her und können daher zu einem positiven Arbeitsklima beitragen. Eine Alternative zu den Aufstellern sind Büroschränke oder Glaswände, mit denen Sie den Raum unterteilen. Diese bieten ebenfalls einen guten Schallschutz und zudem Stauraum für Ihre Akten und andere Büroutensilien. Eine weitere Möglichkeit sind Akustikelemente oder Deckensegel, die zudem optische Akzente setzen. 

Bekämpfen Sie Lärm mit Lärm: Monotones Rauschen kann andere Geräusche überdecken und so die Konzentration fördern. Dieses sogenannte „weiße Rauschen“ wird bislang vor allem in den USA eingesetzt. Mittlerweile erkennen aber auch immer mehr europäische Unternehmen den Vorteil dieser Methode. 


Pflanzen als Schallschutz im Büro

Natürliche Ruhe: Ihre Büropflanzen sind so trocken wie die letzte Präsentation der Quartalszahlen? Dann gönnen Sie Ihrer Flora ab und an etwas Wasser. Denn Zimmerpflanzen im Büro sind echte Schallschlucker, die zugleich für ein gesundes Raumklima sorgen. Falls Sie Ihrem grünen Daumen nicht trauen, können Sie zusätzlich Vorhänge an die Fenster oder einige Bilder an die Wand hängen. Auch so gelingt eine gute Schalldämmung. Eine Kombination aus beidem sind die angesagten Moosbilder. Diese sind mittlerweile sogar als Trennwände erhältlich, verleihen Ihrem Büro ein einzigartig natürliches Flair und bieten eine ideale Schalldämmung am Arbeitsplatz. 

 

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Schallschutz beim Telefonieren im Büro

Regeln Sie das: Einfach, aber effektiv sind Verhaltensregeln, die für alle im Büro gelten. So könnten Telefonate stets in speziell abgetrennten Bereichen durchgeführt oder Mitarbeitergespräche im dafür vorgesehenen Besprechungsraum abgehalten werden. Rücksichtnahme am Arbeitsplatz lautet das Stichwort. 

Intelligente Nutzungskonzepte: Von der Raumplanung über die Auswahl der Büromöbel bis hin zu ästhetischen Überlegungen – durchdachte Nutzungskonzepte können beim Schallschutz einen echten Unterschied machen. Eine persönliche Beratung bildet hier die Basis und geht auf Ihre individuellen Anforderungen, Voraussetzungen und Wünsche ein.

Schallschutz im Büro: Nutzen Sie unser Know-how

 

Mit den Tipps aus diesem Beitrag können Sie den Lärm in Büroräumen spürbar reduzieren. Wir helfen Ihnen gerne dabei, weitere Schallschutz-Potenziale offenzulegen und zeigen Ihnen persönlich, wie Sie Ihr Büro in einen Ort der Ruhe, Konzentration und Produktivität verwandeln. Dabei binden wir auch Details wie Deckensegel oder einzelne Akustikelemente ein und sorgen so für einen ganzheitlichen Schallschutz. Viel Lärm um nichts macht dann höchstens noch Ihr Wettbewerb.

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