LICHTKONZEPT: DIE RICHTIGE BELEUCHTUNG FÜR DAS BÜRO

Erst ein durchdachtes Lichtkonzept ermöglicht ein gesundes und produktives Arbeiten im Büro. Umso wichtiger ist die optimale Kombination aus natürlichem Tageslicht und künstlicher Bürobeleuchtung im Unternehmen. 

 

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Kuratiert von

Anja

14.06.2023

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Es werde Licht! In der Bibel sorgt Gott gleich am ersten Tag seines Schaffens für die angemessene Beleuchtung unserer Erde. Wir sind sicher: Es war ein Montag. Bis ins späte 18. Jahrhundert hinein endete so mit dem Sonnenuntergang auch der Arbeitstag. Heute ist das ganz anders – der Elektrizität sei Dank. Die optimale Bürobeleuchtung bleibt aber ein wichtiges Thema. Denn das Licht und die Lichtquellen haben enorme Auswirkungen auf unser Wohlbefinden, die Produktivität und die Atmosphäre im Unternehmen. Mit diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, warum die Beleuchtung ein integraler Bestandteil Ihres Bürokonzepts sein sollte und was eine gute Beleuchtung ausmacht.

Warum ist die Bürobeleuchtung so wichtig?

In unserer modernen westlichen Welt ist elektrisches Licht so selbstverständlich wie sauberes Wasser aus der Leitung oder ein voller Kühlschrank. Ein Knips mit dem Lichtschalter und schon ist es hell. Aber wie hell ist hell genug? Welche Lichtfarbe wünschen wir uns und wie sind die Leuchtmittel, Bürolampen und Deckenleuchten gestaltet, die das Licht im Raum verteilen? Fragen, auf die gerade Unternehmen Antworten finden sollten. Denn Licht hat einen enormen Einfluss auf:

  • Unser Wohlbefinden: Den Winterblues kann man auch im Sommer bekommen. Jedenfalls dann, wenn das Büro nicht ausreichend beleuchtet ist. Denn ohne ein angenehmes Licht wird die Bildung von Serotonin und Melatonin beeinträchtigt – zwei wichtigen Hormonen, die unsere Stimmung im wahrsten Sinne des Wortes aufhellen. Gerade natürliches Tageslicht fördert einen gesunden Hormonspiegel, der für gute Laune und damit indirekt auch für weniger Ausfälle durch Erkrankungen sorgt.
     
  • Die Produktivität: Müdigkeit und Konzentrationsprobleme werden im Büro häufig mit einem Kaffee in der Teeküche bekämpft. Dabei zeigen Studien immer wieder, dass oft eine schlechte Beleuchtung Grund für unmotivierte oder erschöpfte Mitarbeitende ist. Das ist besonders dann der Fall, wenn Ihr Team stundenlang auf PC-Monitore oder andere Bildschirme starren muss und sich die Augen nicht ab und an erholen können. Mit dem richtigen Lichtkonzept und guten Büroleuchten beugen Sie diesen Problemen vor – und die Produktivität Ihres Teams steigt.

  • Ihre Kundengespräche: Supermärkte, Autohäuser und Juweliere setzen schon lange auf Lichtkonzepte, die Kunden zum Kauf anregen. Denn mit der richtigen Bürobeleuchtung wirken Produkte gleich viel hochwertiger. Völlig unabhängig von der Branche sollten Sie sich und Ihr Unternehmen daher in das richtige Licht rücken und so für eine positive, konstruktive und angenehme Atmosphäre sorgen, in der sich Ihre Kunden auch während anstrengender Verhandlungen wohlfühlen. 

  • Die Büroeinrichtung: Licht ist ein Gestaltungselement. Es verleiht Räumen ein bestimmtes Ambiente und setzt einzelne Möbel gekonnt in Szene. Bürolampen und Leuchtmittel können dabei spannende Akzente setzen. Beleuchtete Firmenlogos sind zudem ein echter Blickfang und können die Designsprache Ihres Unternehmens unterstreichen. Wie so etwas in der Praxis aussieht, zeigt unser Lichtkonzept für das Unternehmen Advanova. Hier wurde das Wellenelement des Firmenlogos mit einer geschwungenen Lichtlinie visualisiert, die sich durch die gesamte Bürofläche zieht. Ein schönes Beispiel dafür, wie das Lichtkonzept die Markenidentität eines Unternehmens hervorheben kann. 

002Referenz: Advanova 

Es gibt also gute Gründe, weshalb Sie sich im Rahmen Ihrer Büroplanung auch mit der Entwicklung eines Lichtkonzepts beschäftigen sollten. Damit Sie dabei nicht im Dunkeln tappen, geben wir Ihnen nun einige wertvolle Tipps für die optimale Bürobeleuchtung mit auf den Weg.

Lichtkonzept und Lichtquellen: Worauf ist zu achten?

Wie so oft gibt es auch hier keine Standardlösungen. Denn welche Beleuchtung ideal ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Beispiele sind die Aufgaben Ihres Teams, die generelle Gestaltung der Büros und wie viel Tageslicht Ihnen in den einzelnen Räumen zur Verfügung steht. Große Multispace-Büros etwa benötigen eine andere Beleuchtung als kleine, verwinkelte Büroräume, die ohne gutes Licht schnell einengend wirken. Hier einige nützliche Tipps für das Lichtkonzept im Überblick:

  • Nutzen Sie Tageslicht: Natürliches Tageslicht hat vor allem zwei Vorteile: Im Gegensatz zu Bürolampen verbraucht es keinen Strom und es passt perfekt zum Biorhythmus unseres Körpers. Große, breite Fenster oder Oberlichter an den Decken sind daher perfekte Lösungen, die allerdings nicht immer am Arbeitsplatz umgesetzt werden können. Helle Wände können aber selbst spärliches Tageslicht reflektieren und so im Raum verteilen. Positionieren Sie Schreibtische zudem quer zum Fenster und stellen Sie diese nicht direkt davor. Zu grelles Sonnenlicht kann mit Plissees oder Jalousien abgehalten werden. 

  • Vermeiden Sie starke Kontraste: Werden verschiedene Bereiche im Büro unterschiedlich beleuchtet, führt das zu starken Helligkeitskontrasten, die das Auge schnell ermüden. Setzen Sie daher lieber auf Pendelleuchten, die natürliches Licht nachahmen und so für einen „Höhleneffekt“ sorgen. Dieser kann selbst große, eher ungemütliche Besprechungsräume in ein angenehmes Licht rücken. 

  • Setzen Sie auf eine individuelle Beleuchtung: Die Räume in einem Multispace-Büro sind für unterschiedliche Aufgaben konzipiert. Diese verlangen nach einer unterschiedlichen Bürogestaltung, die auch das Lichtkonzept mit einbezieht. Bildschirmarbeitsplätze etwa sollten besonders hell beleuchtet sein, um die Augen zu schonen. Die Teeküche oder der Raum mit dem Drucker und Kopierer können hingegen etwas gedämpfter und zurückhaltender beleuchtet werden. Dimmbare Lampen bieten Ihrem Team Flexibilität, schließlich ist die Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz auch eine Frage der persönlichen Vorlieben.

Bürobeleuchtung: Direktes oder indirektes Licht?

Viele Lichtkonzepte kombinieren direktes und indirektes Licht. Direktes Licht wird dabei von den Lampen und Schreibtischleuchten unmittelbar in den Raum gestrahlt. Dieses Licht ist optimal, wenn Sie eine bestimmte Fläche, ein Objekt oder eine Skizze möglichst deutlich betrachten möchten. Sowohl Umrisse als auch Details sind unter direktem Licht wesentlich schärfer zu erkennen. Indirektes Licht hingegen wird von Decken, Wänden oder Möbeln reflektiert und als besonders weich wahrgenommen. So wird zudem eine unangenehme Blendung verhindert. Sie können auf diese Weise mit nur wenigen Leuchten eine gleichmäßige Raumbeleuchtung und Beleuchtungsstärke erzielen. 

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Welche Lichtfarbe eignet sich für Büroräume?

Die Lichtfarbe wird auch Farbtemperatur genannt und meist in der Basiseinheit Kelvin angegeben. In der Natur ist eine hohe Lichtfarbe mit steigender Aktivität verbunden. Natürliches Tageslicht hat morgens einen leicht bläulichen Ton, ist mit rund 6.000 Kelvin um die Mittagszeit sehr grell und zum Abend hin eher rötlich. Für einen Bildschirmarbeitsplatz eignet sich Lichtfarbe von rund 4.000 Kelvin. Diese bietet einen guten Kompromiss aus Helligkeit und angenehmer Lichttemperatur, die nicht blendet.

Beleuchtung im Büro: Welche Vorschriften gibt es?

Die gesetzlichen Vorschriften zur Beleuchtung am Arbeitsplatz sind in der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) geregelt. Diese besagt, dass die Beleuchtung die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten gewährleisten muss. Neben den eigentlichen Büroräumen müssen daher auch Rettungswege oder die sanitären Anlagen ausreichend beleuchtet sein. Aber wie sieht es am Schreibtisch aus? Hier schreibt das Gesetz eine Mindestbeleuchtung von 500 Lux vor. Dies gilt aber nur für typische Bürojobs am Bildschirm. Müssen beispielsweise technische Zeichnungen erstellt werden, sind sogar 750 Lux Pflicht. Wäre Ihr Team ohne Beleuchtung – etwa durch einen Stromausfall – besonders gefährdet, müssen Sie für eine ausreichende Sicherheitsbeleuchtung sorgen.

 

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Wie gelingt eine nachhaltige Bürobeleuchtung?

Ein gutes Lichtkonzept schont nicht nur Ihre Finanzen, sondern auch die Umwelt. Idealerweise versorgen Sie Ihre Beleuchtung also über eine Solaranlage mit Strom. Ist das nicht möglich, sollten Sie auf besonders energieeffiziente Büroleuchten und Deckenleuchten setzen und auch die Langlebigkeit der Lampen und einzelnen Leuchtmittel berücksichtigen. Achten Sie auch auf Lampen mit Öko-Siegel, die recycelt werden können. Mittlerweile lassen sich viele Büros mit intelligenter Gebäudetechnik steuern. Diese prüft vollautomatisch, welche Räume beleuchtet werden müssen und wo das Licht vielleicht gedimmt oder sogar ausgeschaltet werden kann. Auch die Jalousien können so per App oder über ein System auf dem Tablet individuell gesteuert werden. Das Ergebnis: Grünes Licht für mehr Nachhaltigkeit.

Bürobeleuchtung: Wir beraten Ihr Unternehmen

Die Entwicklung eines Lichtkonzepts muss immer die Anforderungen und Ziele des Unternehmens berücksichtigen. Lösungen von der Stange sind hierbei nicht die richtige Antwort. Bei designfunktion nehmen wir daher Ihre individuellen Wünsche und Räumlichkeiten in den Blick, bevor wir ein passendes Lichtkonzept entwickeln. Dabei verlassen wir gerne ausgetretene Pfade und überraschen Sie mit kreativen Büroideen und Inspirationen, die diese Bezeichnung auch tatsächlich verdienen.

Die 3 dringendsten Fragen der Büroplanung:

Wie wird mein Büro zum Mitarbeiter-Magnet?
Wie nutze ich meine Bürofläche effizient?
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