REMOTE LEADERSHIP: SO GELINGT DIE DIGITALE FÜHRUNG

Als Teil einer modernen Unternehmenskultur kann Remote Leadership die Führung mobiler und virtuell vernetzter Teams optimieren. Wir zeigen Ihnen, was Sie dabei beachten sollten.

 

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Kuratiert von

Anja

09.11.2022

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„Alle unter einem Dach“ war in den späten 80ern eine beliebte TV-Serie. Leider stammen aus dieser Zeit auch viele Führungsmodelle. Diese sind dank digitaler Technologien längst überholt, werden aber genau wie die Serie viel zu spät abgesetzt. Denn mal ehrlich: Bei welcher Gelegenheit waren Ihre Mitarbeiter das letzte Mal „unter einem Dach“ versammelt? Wir tippen auf die Weihnachtsfeier oder ähnlich seltene Events. Heute arbeiten wir agiler, mobiler und damit auch ortsunabhängiger als je zuvor – Hybrid Work und New Work lauten die Stichworte. Teams treffen sich in virtuellen Räumen, tauschen digitale Daten aus oder ihr Büro gegen das Homeoffice. Ganze Abteilungen sind weltweit verstreut und in verschiedenen Zeitzonen zuhause. Entsprechend herausfordernd ist die Führung dieser Teams. Mit Remote Leadership stellen wir Ihnen deshalb ein Modell vor, mit dem das Führen aus der Ferne gelingt. 

Was ist Remote Leadership?


Frei übersetzt bedeutet Remote Leadership so viel wie „Führen aus der Distanz“ oder „Führung aus der Ferne“. Klingt simpel, ist es aber nicht. Denn es geht nicht darum, einfach Präsenzveranstaltungen gegen virtuelle Meetings einzutauschen. Es bedeutet auch nicht, Aufgaben, die früher auf Zuruf verteilt wurden, nun über digitale Projektmanagement-Tools zu delegieren. All diese Maßnahmen sind sicher sinnvoll. Sie sind aber nur Stückwerk. Erst wenn sie in eine Führungskultur eingebettet sind, entfalten sie ihre volle Wirkung. Remote Leadership ist eine solche Führungskultur, von der auch Ihr Unternehmen profitieren kann.  

Warum gewinnt Remote Leadership an Bedeutung?

Lassen wir die Definition von Remote Leadership und die graue Theorie einmal hinter uns. Was zählt, ist die Praxis. Und in der sind Ihre engsten Mitarbeiter oft am weitesten entfernt. Beispiel Agentur: Die Projektleiterin sitzt in der Berliner Zentrale. Der Grafiker hat es sich im Hamburger Homeoffice gemütlich gemacht – und in welchem Hotel der Vertriebler am nächsten Morgen aufwacht, überrascht ihn selbst am meisten. Vielleicht beschäftigt die Agentur auch Freelancer, die Deutschland vor Jahren den Rücken gekehrt haben und nun aus dem Ausland Texte verfassen oder Webseiten programmieren. All diese Teammitglieder müssen durch die Führungskraft eingearbeitet, gebrieft, koordiniert, gefördert und angeleitet werden. Sie sollen auch dann eng zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen, wenn sie weltweit verstreut sind. Das erfordert Führung. Und die geschieht immer häufiger digital.

 

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Remote Leadership: Aktuelle Studien und Umfragen

Die Entwicklung des Remote Leadership läuft parallel zur Digitalisierung unserer Arbeitswelt. Diese wurde durch die Corona-Pandemie noch einmal deutlich beschleunigt. So planen laut einer Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) 70 Prozent der Personalmanager, die Möglichkeiten für mobiles Arbeiten auch nach der Pandemie zu erweitern.  Entsprechend viel investieren die Unternehmen laut einer anderen Studie in Tools und Technologien, die Remote Work und Remote Leadership und digitale Zusammenarbeit überhaupt erst ermöglichen:  

  • 48 Prozent der Unternehmen setzen verstärkt auf Cloud-Services
  • 47 Prozent nutzen digitale Collaboration-Tools
  • 41 Prozent investieren in digitale Management-Tools zur Steigerung der Produktivität
  • 39 Prozent haben ihre Mitarbeiter umfassend mit Equipment für das Homeoffice ausgestattet

Diese Investitionen zeigen Wirkung. So geben 67 Prozent  der Mitarbeiter und Führungskräfte an, dass sie dank Remote Work flexibler arbeiten können. Weitere 62 Prozent betrachten die freie Wahl des Arbeitsortes als einen der größten Vorteile. 44 Prozent können sich mithilfe von Remote Work besser konzentrieren

Remote Leadership betrifft alle Branchen

Kein Wunder also, dass das Thema Remote Leadership nicht nur besonders technikaffine Unternehmen wie Agenturen beschäftigt. Die Studien belegen, dass sich auch traditionelle Wirtschaftszweige wie die Industrie intensiv mit Remote Leadership befassen. Gerade dann, wenn das jeweilige Unternehmen über mehrere Standorte in Deutschland oder sogar weltweit verfügt. Unternehmen mit klassischer Führungskultur stellt das vor eine enorme Herausforderung. Denn die neue Flexibilität ist angenehm und sorgt oft für mehr Effizienz, kann aber schnell im Chaos enden. 

Remote Leadership: Herausforderungen und Risiken 


Keine Führungskraft und keine Führungsmethode ist perfekt. Auch Remote Leadership ist mit bestimmten Chancen und Risiken verbunden. Diese kommen je nach Branche, Unternehmen und Führungskultur mehr oder weniger zum Tragen.

Das Kommunizieren und Führen über digitale Kanäle ist oft ungewohnt. Prozesse müssen sich einspielen und Vertrauen aufgebaut werden. Denn viele Führungskräfte befürchten einen Verlust von Kontrolle. Doch auch die Mitarbeiter selbst müssen sich beim Arbeiten erst an Remote Leadership gewöhnen. All das bringt Herausforderungen mit sich, die nicht ignoriert werden dürfen. Hier die wichtigsten Risiken des Remote Leadership im Überblick.

Remote Leadership: Risiken für Mitarbeiter und Führungskräfte:

  • Verlorener Teamspirit: Wenn Mitarbeiter dauerhaft im Homeoffice oder mobil arbeiten, kann die räumliche Distanz den Teamgeist gefährden. Denn der Flurfunk oder spontane Treffen in der Teeküche sind für den Zusammenhalt wichtig, digital aber kaum nachzuahmen.
  • Mangelhafte Feedback-Kultur: Zwischen den Zeilen lesen ist eine wünschenswerte Fähigkeit, die leider nur wenige Menschen beherrschen. Feedback der Führungskraft über eine E-Mail oder das Intranet kann schnell falsch verstanden werden. Konflikte sind vorprogrammiert. Gerade bei sensiblen Themen ist ein persönliches Gespräch daher durch nichts zu ersetzen.
  • Sinkende Produktivität: Mitarbeiter, die sich vom Rest des Teams und der Führungskraft isoliert fühlen, sind weniger motiviert und machen mehr Fehler. Die Produktivität lässt so schnell spürbar nach. 
  • Kontrollverlust: Jede Mitarbeiterführung verlangt ein bestimmtes Maß an Kontrolle. Timings wollen eingehalten, Meilensteine erreicht und Feedback eingeholt werden. Falsch angewendet, kann das Führen aus der Ferne zu einem problematischen Kontrollverlust führen. Die Führungskraft weiß am Ende nicht mehr, mit welchen Aufgaben die Mitarbeiter beschäftigt sind und wie es mit bestimmten Projekten vorangeht.
  • Geringe Medienkompetenz: Führung aus der Ferne funktioniert nur, wenn digitale Technologien kompetent eingesetzt werden. Ist dies nicht der Fall, führt das zu Überforderung und Frust beim Arbeiten. Stellen Sie also sicher, dass Ihr Team und natürlich auch Sie selbst als Führungskraft die eingesetzten Tools wirklich beherrschen und nutzen.

Remote Leadership ist also kein Selbstläufer. Die gute Nachricht: Mit unseren Tipps können Sie die neue Führungskultur effektiv anwenden, im Unternehmen etablieren und so ihr enormes Potenzial nutzen.

 

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Wie gelingt Remote Leadership?


Remote Leadership setzt stärker als andere Führungsmodelle auf digitale Technologien. Dennoch steht auch hier der Mensch mit seinen Bedürfnissen im Vordergrund. Empathie, Überzeugungskraft oder Vertrauen sind beim Remote Leadership sogar besonders wichtig. Auch eine hervorragende Selbstorganisation Ihrer Führungskräfte und Teammitglieder ist ein entscheidender Erfolgsfaktor in unserer modernen Arbeitswelt. Bleibt die Frage, wie Remote Leadership im Arbeitsalltag optimal umgesetzt werden kann. Die folgenden Tipps sollen praxistaugliche Antworten geben:

1. Definieren Sie Regeln 

Regeln schränken nicht nur ein. Sie geben auch Orientierung und ein Gefühl von Sicherheit. Ein einfaches Beispiel: Definieren Sie feste Zeiten, in denen die Mitarbeiter im Homeoffice oder unterwegs erreichbar sein sollen. So vermeiden Sie Stress und Überforderung. Und: Wenn alle die „Spielregeln“ kennen, kommt es zu wesentlich weniger unnötigen Diskussionen.

2. Sorgen Sie für echten Team-Spirit

Regelmäßige Gruppen-Meetings in virtuellen Räumen sorgen für mehr Zusammenhalt und steigern die Identifikation mit dem Unternehmen. Sorgen Sie aber für Abwechslung und schaffen Sie auch Begegnungsorte in der realen Welt. Selbst seltene Treffen können eine große Wirkung auf das „Wir-Gefühl“ haben. 

3. Geben Sie einen Vertrauensvorschuss

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Führungskultur mit Remote Leadership von Kontrolle hin zu Vertrauen wandeln wird. Das führe gerade in hierarchisch aufgestellten Unternehmen zu einer Revolution der Mitarbeiterführung.  Natürlich ist ein gewisses Maß an Kontrolle beim Remote Leadership dennoch wichtig. Lassen Sie Ihrem Team aber seine Freiheiten und vertrauen Sie darauf, dass es auch außerhalb des klassischen Büros gute Arbeit leistet. Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen danken.

4. Nutzen Sie Tools mit echtem Mehrwert

Trello, Zoom, Dropbox oder Slack: Mittlerweile gibt es unzählige Tools für Remote Work. Doch nicht jedes Tool ist für Ihr Team geeignet. Investieren Sie daher ausreichend Zeit, um die für Ihr Unternehmen ideale Variante zu finden. Denn nur Tools, die von Ihrem Team akzeptiert und genutzt werden, bieten einen echten Mehrwert.

5. Unterstützen Sie Ihr Team im Homeoffice

Dies ist der vielleicht wichtigste Erfolgsfaktor. Denn eine hervorragende Ausstattung der Mitarbeiter im Homeoffice wirkt sich in gleich mehrfacher Hinsicht positiv aus. Deshalb widmen wir diesem Aspekt nun ein eigenes Kapitel.

Remote Leadership: Investieren Sie in Homeoffice-Lösungen


Für Remote Work im Homeoffice benötigen Sie im Prinzip lediglich einen Laptop und eine stabile Internetverbindung. So die Theorie. In der Praxis funktioniert die Arbeit im Homeoffice nur dann langfristig, wenn Ihre Mitarbeiter über eine hochwertige Ausstattung verfügen. Neben einem modernen Rechner mit ausreichend großem Bildschirm gehören auch die Büromöbel dazu. 

  • Ergonomische Bürostühle: Stundenlanges Sitzen führt zu Verspannungen, Rückenschmerzen und Konzentrationsproblemen. Ein ergonomisch geformter Bürostuhl kann gesundheitlichen Problemen vorbeugen und den Fokus auf die jeweilige Aufgabe verbessern. 

  • Geräumige Schreibtische: Im Notfall ist der Küchen- oder Wohnzimmertisch ein nützlicher Ersatz für einen Schreibtisch. Wenn Ihre Mitarbeiter aber dauerhaft oder regelmäßig im Homeoffice arbeiten, sollten Sie ihnen einen stabilen Schreibtisch gönnen, auf dem außer dem Rechner ebenso Unterlagen oder ein Drucker Platz finden.

  • Regale und Schränke: Auch im Homeoffice müssen Akten, Dokumente oder Büromaterialen übersichtlich aufbewahrt werden. Investieren Sie daher in Regale oder Büroschränke, die Sie Ihrem Team im Homeoffice zur Verfügung stellen.
    Ein gut ausgestattetes Büro im Homeoffice ist nicht nur funktional. Es zeigt auch Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern und steigert die Identifikation mit Ihrem Unternehmen.

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Homeoffice as a Service: Unsere Pakete für Ihr Unternehmen

Sie haben die Vorteile einer hochwertigen Homeoffice-Ausstattung erkannt? Ihr Unternehmen sucht nach praktischen Büromöbeln, die durch ihr Design überzeugen? Dann haben wir gleich mehrere Lösungen für Sie. Denn wir bieten Ihnen drei unterschiedliche Pakete für Büromöbel im Homeoffice. Diese sind für verschiedene Anforderungen im Arbeitsalltag geeignet und vereinen eine hohe Funktionalität mit einem anspruchsvollen Design. Immer mit dabei: Eine persönliche Beratung, die auf die individuellen Bedürfnisse Ihres Unternehmens und Ihres Teams eingeht. 

Remote Leadership: Führung macht den Unterschied


Führen aus der Ferne ist eine zunehmend gefragte Kompetenz. Richtig eingesetzt, kann sie das Arbeitsklima positiv beeinflussen und die Produktivität der Mitarbeiter steigern. Ohne digitale Tools ist Remote Leadership nicht möglich. Die Technologien sind aber nur eine Seite der Medaille und nutzlos, wenn Ihr Team durch Remote Work den Zusammenhalt verliert. Vertrauen, Wertschätzung und Empathie bleiben im Zeitalter der Digitalisierung wichtig und machen den Unterschied – für Ihr Team und Sie selbst!

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